• Heidi Hell

Getreide #3 – Aus dem Norden: Hafer

“Jede unserer Getreidearten hat eine besondere Beziehung zu den klimatischen Verhältnissen”, beginnt Udo Renzenbrink sein Kapitel über den Hafer. Diese Sichtweise ist mir auch im Ayurveda untergekommen: gesunde Ernährung ist dem Umgebungsklima angepasst, am Meer empfiehlt sich eine andere Ernährung als in den Bergen! Sehr interessant! Und nun leuchtet uns auch ein, warum Lebensmittel vorzugsweise aus der Region stammen sollten!

Der Hafer bevorzugt das Seeklima der

Hafer ist bekannt für den – für Getreide – hohen Fettgehalt. Mit ca. 7 % ist er deutlich fetthaltiger als Hirse (5%), Weizen (2%) oder Roggen (1,7%). Der Gehalt an Linsolsäure (einer lebensnotwendigen Fettsäure) ist relativ hoch und die Zusammensetzung der Fette entlasten den Cholesterinstoffwechsel, schützen das Herz-Kreislaufsystem und helfen Arteriosklerose zu verhüten. Auch bei den Kohlenhydraten ist Hafer erwähnenswert. Sie machen ihn zu einem leicht verdaulichen Getreide, das sich besonders für die Säuglings- und Kinderernährung eignet. Ähnlich wie bei der Gerste bildet sich beim Kochen eine schleimig-zähe Flüssigkeit, die durch enthaltene Enzyme bald zerstört werden. Haferschleimsuppe sollte deshalb immer frisch zubereitet werden. Durch enthaltene Kohlenhydrate, die sich vom Fruchtzucker ableiten und Insulin-unabhängig verstoffwechselt werden ist der Hafer zudem auch für Diabetiker eine gute Wahl! Schlussendlich sind im Hafer noch viele wichtige Eiweißbausteine (essentielle Aminosäuren) enthalten, zusammen mit Milch erhält man die Mischung aus allen 8 essentiellen (das heißt sie müssen mit der Nahrung zugeführt werden, weil unser Körper sie nicht selbst herstellen kann) Aminosäuren.

Neben enthaltenen Vitaminen (z.B. B1 für die Nerven- und Sinnesfunktion), Kalzium (Zahn- und Knochenentwicklung) und Ballaststoffen sei auch noch die emotionell anregende Wirkung des Hafers erwähnt. Diese “psychotrope” Wirkung geht von einem hormonartigen Stoff aus, der eine deutlich belebende und antriebssteigernde Wirkung hat.

Hafer ist auch für Sportler empfehlenswert, denn seine Kohlenhydrate sind recht rasch in der Muskulatur verfügbar und er steigert die körperliche Leistungsfähigkeit. Dies äußert sich in geringeren Ermüdungserscheinungen und verbessertem Durchhaltevermögen. Neben der Kräftigung des Körpers wirkt Hafer auch antriebssteigernd auf das Gemüt. Dies kann sich auch als Übermut und Draufgängertum äußern und wir sagen dann “Ihn sticht der Hafer!”. Was dem Hafer fehlt das ist sein Beitrag zur Bewusstseinsentwicklung, dafür jedoch haben wir Weizen, Roggen und Gerste!

Hafer wird dem Wochentag Freitag und damit der Liebesgöttin Venus zugeordnet. 

Und wie verwendet man Hafer in der Küche? Als Zutat im Frühstücks-Brei oder im Brot (z.B. 3 EL Mehl durch Haferflocken ersetzen, die Haferflocken mit kochendheißem Wasser übergießen und quellen lassen), als Haferschleimsuppe oder als Grundlage für einen Getreideaufstrich:

Hafer-Kren-Aufstrich

3 EL Hafermark 150 ml heißes Wasser 40 g weiche Butter Salz, Pfeffer 1 EL geriebener Kren gehackte Petersilie

Hafermark in einem kleinen Topf trocken anrösten. Wenn es zu duften beginnt mit ca. 150 ml heißem Wasser aufgießen (Vorsicht! Es zischt und dampft!), Salz dazugeben. Herd abschalten und das Hafermark unter Rühren ausquellen lassen. Butter schaumig rühren, das abgekühlte Hafermark unterrühren. Mit Kren, Pfeffer und Petersilie abschmecken und kalt stellen.

Der Inhalt dieses Beitrags entstammt im Wesentlichen dem

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