• Heidi Hell

Go Green: Bienenwachstücher, selbst gemacht

Am 1.8. war der diesjährige Welterschöpfungstag oder Earth Overshoot Day. 5 Monate vor Jahresende haben wir damit heuer so früh wie noch nie die jährlich nachwachsenden Rohstoffe und Naturleistungen der Erde vollständig verbraucht. Bis Silvester lebt die Menschheit “auf Pump” wie der WWF Österreich in seiner Presseaussendung schreibt.

Österreich soll sogar bereits im April den Landes – Erschöpfungstag erreicht haben! Gerade die Ernährung einschließlich der Lebensmittelproduktion, Transporte und Verpackungsmaterialien liefert hierzu einen beträchtlichen Beitrag.

Deshalb heute ein etwas anderes Rezept. Oder besser eine Anleitung für mehrfach verwendbaren Klarsichtfolienersatz. Stoffreste (am besten dünne Baumwolle) werden dafür mit einer Mischung aus Bienenwachs und Öl getränkt. Diese Tücher können zum Abdecken von Schüsseln und anderen

Ideal ist es, wenn man Stoffreste oder ausgediente Kleidungsstücke, Bettwäsche oder ähnliches zur Hand hat. Das erforderliche Bienenwachs gibt es auf Nachfrage beim Imker oder in der Apotheke.

Und so geht’s!:

Bienenwachstücher

Man braucht: Stoffreste, mit einer Zackenschere auf ca. 25×25 cm zurechtgeschnitten oder Größe dem Zweck entsprechend, dünne Stoffe sind leichter handzuhaben als dicke und saugen weniger Bienenwachs auf

Pinsel (Malerpinsel 1-2 cm breit),

Backblech

Zutaten für die Wachsmischung: Achtung! Es gibt eine verbesserte Rezeptur in diesem Beitrag: Go green – Bienenwachstücher . Hier verwende ich kein haushaltsübliches Öl mehr, weil es ranzig wird. Außerdem ist Kiefernharz dabei, da es das Wachs klebriger macht und die Stofflagen dadurch aneinanderhaften können. 30 g Bienenwachs 2 EL Öl (Rapsöl, Jojobaöl,…) Bitte das neue Rezept hier nachlesen. Die Anleitung bleibt sonst aufrecht, deshalb wird hier nichts gelöscht. 😉

Bienenwachs und Öl werden in einem kleinen Topf geschmolzen. Backrohr mit Backblech auf 100°C aufheizen. Stofftuch auf das heiße Blech legen, mit dem Pinsel das flüssige Wachs vollflächig aufstreichen. Dabei braucht man mehr Wachs als notwendig. Deshalb ein zweites Stofftuch auf das erste legen, damit dass überschüssige Wachs von diesem aufgenommen wird. Mit dem Pinsel das Wachs auf dem zweiten Tuch gut verteilen.

Die Tücher sollen mit so wenig Wachs wie möglich getränkt sein, deshalb fleißig mit dem Pinsel arbeiten und überschüssiges Wachs auf neue Tücher verteilen.

Mit einer Zange die fertigen Tücher herausnehmen und zum Abkühlen aufhängen oder auf einen Rost legen.

Die Tücher sind abwaschbar und lassen sich ein wenig in Form biegen. Je nach Ölanteil werden sie biegsamer. Meine könnten eine Spur weicher sein, dann fetten sie aber auch stärker.

Für die Häubchen-Variante schneidet man runde Stoffstücke mit der Zackenschere aus. Der Durchmesser der Stoffkreise ist der Durchmesser der abzudeckenden Schüssel + 6-8 cm “Stülprand”.

Variante 1: Der Rand wird ca. 1/2 cm breit umgenäht.

Variante 2: Der Stoff wird ausgeschnitten, umgenäht, mit Wachs getränkt und erst dann der elastische Faden mit einer stumpfen Nadel eingezogen.

Etwas bequemer wäre es, wenn man zuerst den rund zugeschnittenen Stoff mit Wachs tränken und erst danach nähen würde. Allerdings verklebt die Nähmaschine dann mit dem Bienenwachs, bei mir war nach 3 Tüchern eine Reinigung und Service fällig. Deshalb mein Rat es umgekehrt anzugehen!

Die Häubchen schützen Sauerteig, Teige, Mehle während sie auf den nächsten Arbeitsschritt warten vor Austrocknung und neugierigen Fliegen.

Auch mein Brot schlummert probeweise unter einem Wachstuch. Mal sehen, ob das die Frischhaltung beiinflusst.

#BienenwachsEarthOvershootDayWelterschöpfungstagWWF

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