• Heidi Hell

Go green – Bienenwachstücher

Als Ersatz für Frischhaltefolie und Alufolie bekommt man seit einiger Zeit Bienenwachstücher zu kaufen. Stoff wird mit einer Wachsmischung getränkt und kann so zum Einwickeln von Broten oder zum Abdecken von Schüsseln, Schnittflächen von Obst oder Gemüse und ähnlichem verwendet werden. Die Reinigung erfolgt mit warmem Wasser und Spülmittel. Und hat das Wachstuch sein End Of Life einmal erreicht, dient es noch als Grill- oder Kaminanzünder.

Bevor ich diese Bienenwachstücher noch in einem Laden gesehen habe, sind mir im Internet schon die ersten DIYs untergekommen. Sie sind nämlich einfach selbst herzustellen und noch dazu eine schöne Geschenkidee. Vielleicht für Ostern? Am Blog habe ich die Bienenwachstücher mit einer genauen Anleitung schon einmal vorgestellt. Da es im Artikel auch um den World Overshoot Day ging, wird er nicht gelöscht, ich habe aber auf dort das neue Rezept hier verlinkt. Und wer möchte, sieht sich die Anleitung auch im alten Beitrag noch einmal an! 😉

Folgende Zutaten braucht man: Bienenwachs: gibt es in der Apotheke oder ihr fragt bei einem Imker nach. Jojobaöl: macht das Tuch geschmeidig, man erhält es z.B. in Reformläden, vielleicht sogar in Drogerien. In manchen Anleitungen wird normales Speiseöl verwendet. Damit machte ich meine ersten Bienenwachstücher und das Öl wurde nach recht kurzer Zeit ranzig. Damit sind sie für direkten und längeren Kontakt mit Lebensmitteln nur mehr bedingt geeignet. Kiefernharz: sorgt dafür, dass das Wachs etwas klebriger wird (das kennt man ja vom Harz zu gut) und die einzelnen Lagen ähnlich wie bei Frischhaltefolie aneinanderhaften. Meine ersten Wachstücher ohne Fichtenharz hatten diese haftende Eigenschaft nicht, was bei der Verwendung durchaus störend war. Stoffreste aus reiner Baumwolle: eher dünne Stoffe, vorgewaschen und gebügelt. Alte Blusen oder leichte Hemden können auf diese Art und Weise recycelt werden. Leinen eignet sich bedingt, es saugt sehr, sehr viel von der kostbaren Wachsmischung und wird dadurch auch deutlich schwerer. Zackenschere, Waage, ein kleiner Topf, ein hitzefester Behälter, Pinsel, Backblech, Topfhandschuh, ev. Pinzette/Zange

So gehts’s: Stoff mit der Zackenschere zuschneiden. Die Größe richtet sich nach dem Verwendungszweck: zum Abdecken einer Schüssel braucht man einen Kreis mit dem Durchmesser der Schüssel plus ca. 8-10 cm dazu, damit das Tuch ausreichend lange über die Schüsselränder drüberhängt. Mit einem Rechteck von ca. 20 x 30 cm (A4) kann man einiges einwickeln: das Jausenbrot, einen Apfel und die angeschnittene Gurke sowieso.


Meistens erwischt man ein wenig zu viel von der Wachsmischung. Deshalb könnt ihr nun einfach ein zweites Tuch unter das erste legen. Das überschüssige Wachs tränkt auch das zweite Tuch. Verstreicht das Wachs mit dem Pinsel. Versucht, so wenig Wachs wie möglich auf jedes Tuch zu geben und trotzdem genug, dass die gesamte Fläche vom Wachs erfasst ist. Solltet ihr später bemerken, dass ein Tuch zu viel oder zu wenig Wachs abbekommen hat, könnt ihr es einfach noch einmal auf’s heiße Backblech legen und den Überschuss mit einem unbehandelten Tuch abnehmen oder noch ein wenig Wachs einpinseln.

Fertige Tücher mit einer Zange/Pinzette oder mit den Händen (Achtung! Heiß!) vom Backblech nehmen. An der kühleren Luft trocknen sie in Sekundenschnelle. Ich hänge sie zum Trocknen und Abkühlen noch mit einem Magneten an den Dunstabzug.

Die Bienenwachstücher sind sofort verwendbar. Sie zerknittern beim Gebrauch und können jederzeit am heißen Backblech und mit einem Pinsel aufgefrischt werden. Eine zweite Methode zum Auffrischen ist das Bügeln zwischen zwei (ausreichend großen) Bogen Backpapier.

Reinigen bitte nur mit warmem Wasser und mildem Spülmittel. Bei hohen Temperaturen schmilzt das Wachs.

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